Geschafft! Jean-Luc van den Heede gewinnt Golden Globe Race

Unter besten Bedingungen und unter der Begleitung zahlreicher Ribs lief Jean-Luc van den Heede im Ziel vor Les Sables d’Olonne ein. Foto: Screenshot Live-Übertragung

Der 73-jährige Solosegler Jean-Luc van den Heede ist am Ziel. Nach 211 Tagen, 23 Stunden und 12 Minuten auf See hat der Franzose die Welt im Rahmen des Golden Globe Race umsegelt und das Ziel vor Les Sables d’Olonne als Sieger erreicht.

Nach einem schweren Sturm in der Biskaya in den vergangenen Tagen und vor dem bereits nächsten heranrauschenden Tief durfte der erfahrene Skipper einen entspannten Zieleinlauf genießen. In einer leichten Brise, begleitet von zahlreichen Ribs und Motorbooten der Fans segelte van den Heede unter Spinnaker auf seiner „Matmut“, einer Rustler 36, auf das Ziel vor der französischen Hafenstadt zu.

Auf den Begleitbooten war auch Sir William Robin Knox-Johnston. Der geadelte Brite ist zwar nur sechs Jahre älter als van den Heede, aber dennoch so etwas wie der Urahne. Denn vor 50 Jahren gewann Knox-Johnston das Sunday Times Golden Globe Race und war damit der erste Mensch der solo und nonstop die Welt umsegelt hat. Das 50-jährige Jubiläums dieser Mutter aller Welt-Segelrennen war im vergangen Jahr der Anlass, am 1. Juli eine Wiederauflage zu starten.

Vor sieben Monaten gingen 18 Skipper an den Start, um den Spuren von Knox-Johnston zu folgen. Doch das Gros musste den Anforderungen des Rennens Tribut zollen. 13 Skipper mussten zum Teil unter dramatischen Bedingungen aufgeben und von ihren Booten abgeborgen werden. Es verblieben fünf Segler, unter denen sich seit dem Jahreswechsel ein spannender Zweikampf an der Spitze entwickelte.

Nachdem van den Heede im Südpazifik noch rund 2000 Seemeilen Vorsprung hatte, konnte sein ärgster Rivale, Mark Slats (Niederlande), bis zu den Azoren auf fast 50 Meilen aufschließen. Der Grund: Der führende Franzose musste nach einer Fast-Kenterung und schwerem Schäden am Rigg Druck aus dem Boot nehmen. Zudem hatte Slats das nötige Glück bei der Wahl seiner Route den Atlantik hinauf.

Jean-Luc van den Heede (links) feiert gemeinsam mit Sir Robin Knox-Johnston die Heimkehr nach Les Sables d’Olonne. Foto Tim Bishop

Doch im Nordatlantik wechselte Fortuna wieder die Seiten. Van den Heede fand den besten Kurs durch die Azoren, kam schneller in den Wind und segelte schließlich wieder einen Vorsprung von über 400 Meilen heraus. Die Stürme in der Biskaya bauten zwar noch einmal eine hohe Hürde auf. Doch der Franzose meisterte alle Aufgaben mit Bravour. Slats wird nun in zwei Tagen in Les Sables d’Olonne erwartet, muss zunächst den nächsten schweren Sturm abwettern. Zudem droht ihm eine Zeitstrafe, da er regelwidrig von seinem Managemnet vor dem Sturm gewarnt worden sein soll. Slats ist zunächst in Richtung La Coruna im Nordwesten Spaniens abgebogen, um dort den Sturm durchziehen zu lassen.

„Jean-Luc ist ein lokaler Held, und jetzt noch mehr als das. Es ist toll zu sehen, wie viele Menschen ihn hier empfangen“, freute sich Robin Knox-Johnstone mit dem Sieger, der schließlich von seiner Frau und seinem Manager empfangen wurde.

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