FD-WM: Wichtige Pause nach drei turbulenten Tagen

Start-Domino bei der FD-WM: Nur mit viel Mühe können sich die Deutschen Lüdtke/Schäfers die Konkurrenz vom Leib halten. Fotos: Zsofia Csanda

Die 41 Crew der Flying-Dutchman-WM in Nelson/Neuseeland haben am Dienstag einen wichtigen Ruhetag genossen. Denn die ersten drei Tage waren anstrengend und turbulent. Von diversen Problemen berichteten auch die aktuellen Zweiten Kay-Uwe Lüdtke/Kai Schäfers.

Platz zwei im Ranking der Crews aus zehn Nationen sieht gut aus für das Berliner Team. Nur die elfmaligen Weltmeister Szabolcs Majthényi/András Domokos aus Ungarn halten die Deutschen derzeit auf Distanz. Doch es wäre noch mehr drin gewesen für Lüdtke/Schäfers, wenn es nicht einige Stolpersteine auf der holprigen Piste im Norden der Südinsel Neuseelands gegeben hätte.

Vorschoter Kai Schäfers berichtet von zwei aufregenden ersten Tagen: „Im ersten Rennen ist uns leider das Ruderblatt rausgeflogen und wir mussten dem Feld hinterher. Durch den starken Wind, den wir lieben, klappte das noch sehr gut und wir konnten in die Top-Fünf segeln.“ Am Ende war es sogar der vierte Rang. Dabei mussten die Deutschen auch viele Konkurrenten umschiffen, die nach Kenterungen oder Materialbruch das Rennen aufgaben.

Der zweite Tag begann dann gleich wieder mit einem Schreckmoment: Zum Start im ersten Rennen konnten die Spanier Pastor/Giron ihr Boot nicht halten und kenterten auf die Italiener Eustachi/Rossi. Wie beim Domino-Spiel kippten die Italiener auf die Deutschen. Vorschoter Schäfers musste sich die „Angreifer“ mit beherztem Körpereinsatz vom Leib halten. Doch mit dem Handicap mussten sich die Berliner erneut auf die Verfolgungsjagd begeben, die zum zweiten Mal in den Top-Five endete. „Danach klappte es deutlich besser und wir kamen in Schwung. Auf den Vorwindstrecken zeigen die Ungarn eine beeindruckende Geschwindigkeit und Technik. Leider mussten wir deshalb im fünften Rennen die Führung abgeben. Im sechsten konnten wir dann den Abstand zu den Ungarn halten und das Rennen gewinnen“, so Schäfers, der mit seinem Steuermann in den sechs Wettfahrten nun vier Platzierungen unter den ersten Drei in der Wertung hat.

Mit Schwierigkeiten hatten auch die anderen deutschen Teams zu kämpfen. Shmuel Markhoff/Lars Stöckmann punkteten mit beständigen Top-Resultaten, müssen aber auch einen BFD durchschleppen. Schuld war wie bei einigen anderen Crews das ablaufende Wasser, das die Flotte auf und zum Teil über die Linie drückte. So ging der schöne dritte Rang im Ziel für Markhoff/Stöckmann verloren.

Zwei Deutsche in den Top-Five nach sechs von neun Rennen machen Hoffnung auf einen Medaillengewinn vor Nelson/Neuseeland.

Völlig aus dem Kurs sind Rolf Albert/Axel Priegann. Das Team ging mit der guten „Vornote“ einer Top-Platzierung bei den neuseeländischen Meisterschaften ins Rennen, bekam aber gleich in der ersten WM-Wettfahrt ordentlich eingeschenkt. Im Startchaos wollten die Deutschen auf Steuerbordbug hinter dem Heck eines niederländischen Bootes durchtauchen. Das schoss dabei aber in den Wind und brachte einen weiteren Konkurrenten zum Kentern. Die Jury sah in der Aktion zur Verwunderung der Deutschen eine unfaire Aktion und bestrafte sie mit einem DNE. Danach lief kaum noch etwas zusammen bei Albert/Priegann. Mit zwei Frühstarts und einem nicht beendeten Rennen sind sie nun 31.

Jetzt stehen noch drei weitere Rennen an, in denen die Deutschen auf eine oder vielleicht sogar zwei Medaillen hoffen können. „Der Wind dreht jeden Tag ab 12 Uhr auf Nord und erreicht im Schnitt um die 17 Knoten. Die neuseeländischen Teams überzeugen durch gute Bootsbeherschung und auch Speed. Ed Cox aus Australien ist auch sehr schnell unterwegs, kann sich aber durch einen Bandscheibenvorfall kaum bewegen. Deshalb ist seine Leistung als derzeit Vierter besonders stark zu werten“, berichtet Schäfers vor den beiden abschließenden Tagen.

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