Kieler Woche 2021: Terminenge im Herbst

Große Felder im 49er zur Kieler Woche 2021 zu locken, scheint angesichts der Terminenge zur EM in Griechenland schwierig. Foto: segel-bilder.de

Die Verlegung der Kieler Woche in den September hat im vergangenen Jahr bestens funktioniert. Mehr noch: Durch den Ausfall diverser Regatten erlebte die KiWo einen Ansturm von Top-Seglern wie seit Jahren nicht mehr. Ein Jahr später, gleiches Szenario? Wohl kaum! Zwar sind die Regatten vor Kiel erneut wegen Corona aus dem Juni in den September verschoben, doch in vielen olympischen Klassen sind nur kleine Flotten zu erwarten. Für Nacra 17, 49er, 49er FX und Laser Standard stehen in terminlicher Enge internationale Meisterschaften an.

Der gute Ruf der KiWo-Organisation hatte sich aus 2020 in dieses Jahr hinübertragen lassen. Nach Veröffentlichung der Ausschreibungen und Öffnung des Meldeportals für den traditionellen Juni-Termin waren die Plätze für viele Klassen innerhalb weniger Tage ausgebucht. Gerade die Olympia-Klassen hatten sich wieder als Motor des Geschehens erwiesen, denn Kiel hätte zu einem der wenigen Testmöglichkeiten vor den Olympischen Spielen werden können.

Dann aber nahm Corona wieder Fahrt auf, und die Stadt Kiel entschied, die Kieler Woche erneut in den September zu verlegen. Ausschlaggebend war bei dieser Entscheidung allerdings nicht das Segelgeschehen, sondern die Tatsache, dass die Landeshauptstadt auch ein Festivalgeschehen von nennenswertem Umfang möglich machen will. Denn nur so lassen sich die Investitionen in das Event wieder refinanzieren. Und im Juni sind Konzerte und lukullische Meile mit Publikumsandrang eben kaum vorstellbar, zweieinhalb Monate später schon.

Für die Laser-Männer steht parallel zur Kieler Woche die Weltmeisterschaft in Barcelona an. Foto: segel-bilder.de

Nun müssen die Organisatoren der Segelwettbewerbe die Ausschreibungen umschreiben. Doch mit dem gleichen Andrang zu den Regatten ist mit der Öffnung des Meldeportals kaum zu rechnen. Vom 4. bis zum 12. September ist die Kieler Woche 2021 terminiert. Zumindest für vier Olympia-Disziplinen wird es damit eng. Wenn die Stars der Szene vier Wochen nach den Olympischen Spielen schon wieder in den Regattamodus einsteigen wollen, dann wohl eher, um wieder auf Medaillenjagd zu gehen. Die internationale Laser-Klassenvereinigung hat die Weltmeisterschaft für die Männer vom 9. bis zum 16. September vor Barcelona angesetzt, und die schnellen Olympia-Disziplinen (49er, 49erFX, Nacra17) werden kurz nach dem Ende der KiWo bereits in Thessaloniki/Griechenland zur Europameisterschaft (14. bis 19. September) erwartet.

Auch die Einführung der künftigen Olympia-Disziplin iQ-Foil in das Kieler-Woche-Geschehen gestaltet sich im September schwieriger als im Juni. Denn kurz vor der Kieler Woche sind die Surfer am Silvaplana See/Schweiz zur Weltmeisterschaft (24. bis 29. August).

Mit ihrer WM vor Kiel avancieren die Starboote zum Mittelpunkt der Kieler Woche 2021. Foto: KV

Damit könnten Klassen in den Fokus rücken, die zuletzt zur Kieler Woche weniger Beachtung fanden. Die 470er, in 2020 gar nicht am Start, könnten auf den Bahnen der Außenförde ihren ersten großen Auftritt mit Blick auf Olympia 2024 erleben. Spätestens nach den Tokio-Entscheidungen werden sich die Athleten dieser seit 1976 olympischen Klasse ganz auf die neue Mixed-Disziplin stürzen. Die Kieler Woche wäre dafür ein gutes Testszenario. Und mit den Starbooten gibt es ein hochklassiges Comeback einer ehemaligen Olympia-Klasse. Die Stare hatten schon vorher ihre WM vom 4. bis 11. September vor Kiel geplant, nun werden sie mit ihrer Meisterschaft zu einem zentralen Event während der KiWo.

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