SailGP: Team Dänemark ist auf dem Wasser

Das Team Dänemark ist die erste SailGP-Mannschaft, die vor Bermuda ins Training eingestiegen ist. Foto: SailGP

Der SailGP steht vor dem Comeback auf der Regattabahn. Nach über einem Jahr Pause plant der Grand Prix auf den F50-Katamaranen nun seine zweite Saison. Das erste Event der achtteiligen Serie soll am 24./25. April vor Bermuda gesegelt werden. Das erste Team, das ins Training eingestiegen ist, ist die dänische Formation. Am Osterwochenende ging die Mannschaft um Skipper Nicolai Sehested vor Bermuda aufs Wasser.

Im vergangenen Jahr hatte der SailGP nach dem Auftakt-Event in Sydney wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden müssen. Ben Ainslie landete Ende Februar 2020 noch einen überragenden Sieg, nachdem er zur neuen Saison eine Mannschaft frisch zusammengestellt hatte. Es war das erste und letzte Rennwochenende der Saison, das Ergebnis wurde später für null und nichtig erklärt. Nun greift die von Larry Ellison und Russell Coutts initiierte Eventserie neu an: mit acht Teams und acht Events.

Neben den beiden Top-Teams aus der Premieren-Saison, Australien (Steuermann Tom Slingsby) und Japan (Steuermann Nathan Outteridge), ist Frankreich (Billy Besson) dabei geblieben. Ben Ainslie formte sein britisches Team bereits zur Saison 2020 und setzt die SailGP-Karriere nach dem Scheitern im America’s Cup fort. Außerdem bringen die Neuseeländer ihre Top-Stars (Peter Burling/Blair Tuke) an den Start, und die USA schicken Jimmy Spithill ins Rennen. Spanien und Dänemark gehören in diesem Kreis wohl eher zu den Außenseitern.

Nach dem Event vor Sydney im Februar 2020 tauchte auch der SailGP in der Corona-Pandemie ab. Foto: Craig Greenhill/SailGP

Die Spanier haben sich mit dem Neuseeländer Phil Robertson Prominenz aus dem Ausland ans Ruder geholt, setzt ansonsten aber auf eine spanische Crew. Der Deutsch-Spanier Florian Trittel, der im Nacra17 mit Tara Pacheco für die Olympischen Spiele qualifiziert ist, übernimmt die Arbeit als Wing-Trimmer.

Mit dem australischen Wing-Trimmer Tom Johnson hat auch Dänemark nur einen Ausländer an Bord. Das Ruder hält der zweimalige Volvo-Ocean-Race-Segler und Match-Race-Experte Nicolai Sehested. Für die Dänen ist der SailGP auch Bühne, um aktuellen Olympia-Segler*innen den Weg ins Profigeschäft zu ebnen. So gehören Anne-Marie Rindom (Laser-Weltmeisterin von 2019) und Katja Salskov-Iversen (49erFX-Weltmeisterin von 2017) zum erweiterten Kader.

Das von Rockwool unterstützte dänische Team wollte schon 2020 beim SailGP dabei sein, verlegte das Training im vergangenen Jahr dann aber auf andere Boote und Projekte. Unter anderem ging das Team um Skipper Sehested bei der Kieler Woche an den Start, um den Streckenrekord zur Aalregatta zu brechen. Wegen einer falsch angesteuerten Tonne, die erneut gerundet werden musste, verfehlte die Mannschaft schließlich den Rekord nur um fünf Minuten.

Im vergangenen Jahr versuchte sich das dänische Team zur Kieler Woche am Aalregatta-Rekord, scheiterte aber um fünf Minuten. Foto: segel-bilder.de

Nun freut sich das Team auf den Start in die Saison und segelte als erste der achte Mannschaften auf dem Great Sound vor Bermuda. Nicolai Sehested: „Es ist ein großer Tag für unser Team und für das gesamte SailGP. Wir haben seit mehr als zwölf Monaten davon geträumt, wieder an Bord der F50 zu gehen, und es fühlt sich irgendwie surreal an, dass der Tag endlich da ist.“

Der dänische Skipper macht klare Ansagen für die Saison, in der er selbst Geschwindigkeitsrekorde anpeilt: „Diese Boote sind absolute Bestien. Ich denke, wir werden sehen, dass die Leistungs- und Geschwindigkeitsbegrenzungen in dieser Saison weiter als je zuvor verschoben werden.“ Eine Modifikation für die neue Saison ist das modulare Flügelsegel-System, mit der der Flügel vergrößert oder verkleinert werden kann, damit Rennen unter einem breiteren Spektrum von Bedingungen stattfinden können.

Um die Rennserie, die bis ins Frühjahr 2022 laufen soll, trotz der weltweiten Pandemie zu ermöglichen, arbeitet jedes Team in einer geschlossenen Blase, in der alle Athleten und Mitarbeiter jederzeit Atemschutzmasken tragen müssen und regelmäßig getestet werden. Der Bewegungsradius ist stark auf den Veranstaltungsort und das Hotel beschränkt.

Sehested ist voller Vorfreude, gegen Segelstars wie Ben Ainslie, Peter Burling, Nathan Outteridge, Tom Slingsby oder Jimmy Spithill antreten zu können: „Beim SailGP geht es um die besten Segler der Welt, die in identischen Booten segeln. Die wachsende Klasse in dieser Saison erhöht das Niveau noch weiter. Wir respektieren alle, aber wir fürchten sicherlich keinen unserer Rivalen, und wir glauben, dass wir in dieser Saison einige überraschen können.“

Der Circuit kumuliert im März 2022 zum Finale in San Francisco beim großer Winner-takes-all-Finale, wenn das Preisgeld von einer Million Dollar an den Champion ausgeschüttet wird.

Die Termine:

  • 24./25. April 2021: Great Sound, Bermuda
  • 5./6. Juni 2021: Taranto, Italien
  • 17./18. Juli 2021: Plymouth/England
  • 20./21. August 2021: Aarhus/Dänemark
  • 11./12. September 2021: St. Tropez/Frankreich
  • 9./10. Oktober 2021: Cadiz/Spanien
  • 29./30. Januar 2022: Christchurch/Neuseeland
  • 26./27. März 2022: San Francisco/USA

Die Teams:

  • Australien, Skipper: Tom Slingsby (Titelverteidiger)
  • Dänemark, Skipper: Nicolai Sehested
  • Frankreich, Skipper: Billy Besson
  • Großbritannien, Skipper: Ben Ainslie
  • Japan, Skipper: Nathan Outteridge
  • Neuseeland, Skipper: Peter Burling
  • Spanien, Skipper: Phil Robertson
  • USA, Skipper: Jimmy Spithill

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