49er-Asse Schmidt/Boehme: Winterschlaf? Von wegen!

Justus Schmidt (links) und Max Boehme reisen für ihren Olympia-Traum um die Welt. Von Portugal ging es jetzt nach Auckland/Neuseeland. Foto: Schmidt Boehme Racing

Die Segelsaison in Europa ist vorbei oder zumindest stark eingeschränkt. Kein Grund für die Olympia-Aspiranten Pause zu machen: Im Gegenteil: Die Meister des Sommers werden im Winter gemacht. Die Kieler 49er-Asse Justus Schmidt/Max Boehme berichten über ihr aktuelles Programm.

Schmidt/Boehme agierten bereits im vergangenen Olympia-Zyklus in einer Trainingsgemeinschaft mit Erik Heil/Thomas Plößel. Auf einen Start bei den Spielen 2016 mussten Schmidt/Boehme zwar verzichten, aber als starke Konkurrenten und Europameister von 2015 hatten sie ihren Anteil am Medaillengewinn von Heil/Plößel, puschten sie ihre Freunde doch auf ein Weltklasse-Niveau.

Für die Olympiade in Richtung Tokio vereinbarten die beiden Teams erneut eine Kooperation. In den vergangenen beiden Jahren musste diese aber weitgehend ruhen, da sich alle vier Akteure auf die berufliche Fortbildung konzentrierten. Seit dem Sommer läuft das Programm für die Spiele 2020 wieder an. Bei der EM in Polen zeigten sich Schmidt/Boehme mit Platz sechs schon wieder sehr gut in der Spur. Die WM in Aarhus sah allerdings die junge Mannschaft Tim Fischer/Fabian Graf in der Top-Position aus deutscher Sicht. Fischer/Graf gewannen Bronze und machten aus dem deutschen Duo mit Ambitionen für die Spiele in Tokio ein Trio. Dennoch müssen die Crews auch alle ihren eigenen Weg gehen.

„Der Winter gibt uns Gelegenheit an den Defiziten zu arbeiten.”

Dies ist der von Schmidt/Boehme: „Man könnte meinen, dass für uns Segler im Winter eher die ruhige Zeit beginnt und wir zur Abwechslung mal an andere Dinge als unseren Sport denken. In Wahrheit ist es aber so, dass im Winter die intensivste und trainingsreichste Zeit beginnt. Während der Sommer dominiert ist von reichlich Regatten hat man im Winter Zeit, Stück für Stück an seinen Defiziten zu arbeiten, ungestört von einem hektischen Regattakalender“, erklären die beiden und werfen einen Blick zurück und voraus auf die kommenden Wochen.

„Dieser Winter sieht für uns ein sehr spannendes Programm vor und führt uns im wahrsten Sinne des Wortes einmal um die ganze Welt. Gerade haben wir unser erstes Trainingslager in Vilamoura (Portugal) beendet. Dort hatten wir die Möglichkeit, mit unseren britischen Freunden ein intensives Techniktraining zu machen. In den drei Wochen, die wir dort gewesen sind, konnten wir ordentlich Wasserstunden sammeln und sind nun bereit für Teil zwei des Wintertrainings.“

„Wir sind begeistert von der Atmosphäre in Neuseeland.”

Und dieser Part begann nach einer anstrengenden Anreise: „Nach einer gut 35-stündigen Reise werden wir zum ersten Mal vor Neuseeland, genauer vor Auckland, trainieren. Wir sind erst seit wenigen Tagen hier vor Ort und schon überwältigt von der Atmosphäre. Auf drei Einwohner der Stadt kommt ein Boot. Segeln ist hier unfassbar präsent. Es ist nicht zu übersehen, dass die Stadt der Ort des nächsten America‘s Cup ist. Gemeinsam mit den neuseeländischen Teams warten knapp drei Wochen Training auf dem WM-Revier des kommenden Jahres auf uns. Wir sind sehr gespannt und freuen uns bald mehr berichten zu können!“

Bis zur WM ist allerdings noch gut ein Jahr Zeit, denn die globalen Titelkämpfe sind für den 29. November bis 8. Dezember 2019 terminiert. Davor liegen diverse weitere Höhepunkte – darunter die Europameisterschaft in Weymouth, dem Olympiarevier von 2012. Vom 13. bis 19. Mai trifft sich hier die Weltelite, und einen Monat später steht dann mit der Kieler Woche der Höhepunkt in Deutschland an.

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