Deutsche 470er in Downunder

Die Sail Sydney war der erste Leistungstest für die deutschen 470er in Downunder. Foto: Beau Outteridge/Sail Sydney

Weniger als 600 Tage bis zu den Olympischen Spielen in Tokyo 2020. Die Zeit rennt, und Wasserstunden sind entscheidend für die deutschen Segel-Asse. Die 470er Simon Diesch/Philipp Autenrieth sowie Frederike Loewe/AnnaMarkfort segeln Downunder mit der Weltklasse.

Sail Sydney war der erste Leistungstest für die deutschen Teams, Sail Melbourne wird der zweite werden. Es war zwar nur ein kleines, dafür aber erlesenes 470er-Feld, das vor der weltberühmten Kulisse der australischen Metropole an den Start ging. Australier, Japaner und Europäer richten von Sydney aus aber den Blick bereits auf den August im kommenden Jahr. Denn die Weltmeisterschaften im Olympiarevier von Enoshima/Japan sind nicht nur Test für Olympia, sondern auch die nächste entscheidende Qualifikationsregatten für 2020. Vier Nationenplätze für die Männer und sechs für die Frauen werden hier vergeben. Und Deutschland muss sich noch einen Platz für Olympia sichern.

Daher muss die Performance in acht Monaten stimmen. Die Ergebnisse von Sydney sind insofern nur zweitrangig. Simon Diesch/PhilippAutenrieth wurden beim Sieg der australischen Stars Mathew Belcher/Will Ryan Sechste, Frederike Loewe/Anna Markfort reihten sich bei den Frauen hinter den australischen Siegerinnen Nia Jerwood/Monique Devries auf Platz zwei ein.

Simon Diesch/Philipp Autenrieth haben zum Worldcup bereits Erfahrungen in Japan gesammelt und trainieren jetzt in Australien mit Mat Belcher und Co. Foto: Pedro Martinez/Sailing Energy/World Sailing

„Es sind die Stunden auf dem Wasser, die für uns jetzt wichtig sind. Die Saison 2019 wird für die Frauen und uns von entscheidender Bedeutung sein. Daher ist es gut, im Winter zwei sehr kompetitive Regatten zu haben. Es ist ein großer Vorteil, bei warmen Bedingungen Rennen zu fahren, anstatt bei eiskaltem Wetter zu Hause. Außerdem ist es eine gute Chance für uns, von einigen der besten Teams der Welt zu lernen. Deshalb sind wir hierhergekommen. Die Veranstaltungen sind eher wie Test- und Trainingsrennen“, sagte Philipp Autenrieth.

In der Weltrangliste liegen Diesch/Autenrieth derzeit auf Rang 18, direkt hinter den nationalen Konkurrenten Malte Winkel/Matti Cipra. Frederike Loewe und Anna Markfort führen die deutsche Flotte in der Weltrangliste an, sind momentan auf dem 13. Platz.

Der Fokus von Frederike Loewe/Anna Markfort geht von Sydney aus bereits in Richtung WM 2019 in Japan, wo sie bereits zum Worldcup im Herbst gesegelt sind. Foto: Pedro Martinez/Sailing Energy/World Sailing

„Wir sind jetzt seit zwei Wochen in Australien und es war großartig bisher. Wir sind das erste Mal in Australien. Die Segelbedingungen sind perfekt, und es ist gut, dem deutschen Winter zu entfliehen, um produktive Segel-Einheiten zu absolvieren“, sagte Frederike Loewe.

Die Reise nach Australien wurde mit Hilfe der Kollegen von Downunder realisiert. „Die gesamte Idee vom Winter in Australien begann im europäischen Sommer bei einem Brunch mit Mat Belcher, als wir über unsere Winterpläne sprachen. Mat hat das Training und die Boote der deutschen Jungs großartig organisiert, und für uns war es eine einfache Entscheidung, den Weg mitzugehen“, erklärte Loewe.

Belcher hat intensive Verbindungen nach Deutschland, ist mit der ehemaligen deutschen Olympia-Seglerin Friederike Belcher (geb. Ziegelmayer) verheiratet, die 2012 bei den Spielen von Weymouth am Start war. Als Mitglied im NRV Hamburg ist Belcher der Motor der deutsch-australischen 470er-Beziehungen.

„Wir können Mat nicht genug danken für die Chance”

Philipp Autenrieth

„Wir können Mat nicht genug danken für die Chance, die er uns gegeben hat, indem er uns nach Australien eingeladen und uns mit einem Boot geholfen hat. Wir segeln wirklich gerne hier, und es ist großartig, hier trainieren und Rennen fahren zu können. Die Segelbedingungen sind fantastisch und im Vergleich zu den Wintertrainings, die wir sonst in Europa gemacht haben, ist es hier wirklich perfekt“, sagte Autenrieth.

Das Trainingsumfeld und die Wettbewerbe sollen dazubeitragen, dass die verbleibenden eineinhalb Jahre bis zu den Spielen optimal genutzt werden. „Wir haben mit einer großen Gruppe von Seglern aus Australien, Japan, der Schweiz und Spanien trainiert. Sowohl das Training als auch die Rennen bieten uns gute Möglichkeiten, unsere Fähigkeiten zu verbessern. Wir trainieren und segeln in den Wettfahrten gemeinsam mit den Jungs“, sagte Loewe. „Beide Veranstaltungen werden uns dabei helfen, um uns auf die Olympia-Qualifikation bestmöglich vorzubereiten. Wir glauben, dass es uns helfen wird, an den Olympischen Spielen in Tokio 2020 teilzunehmen.“

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