Tag zwei wirbelt Tornado-WM durcheinander

Die Schweizer Jörg Steiner/Michael Gloor liegfen nach vier Wettfahrten in Führung. Foto: Suellen Davies, Live Sail Die

Schwierige Winde, Ausfälle und Disqualifikationen haben das Feld am zweiten Tag der Tornado-Weltmeisterschaft vor Takapuna/Neuseeland kräftig durchgeschüttelt. Nach vier Wettfahrten haben vorerst die Schweizer Jörg Steiner/Michael Gloor die Führung übernommen.

Unter den Ausfällen und Disqualifikationen waren prominente Opfer. Bei drehenden und in der Stärke wechselnden Winden sah es zunächst nach einer Fortsetzung der Dominanz der Australier Brett Burvill/Max Puttman aus. In einer Brise, die zwischen 6 und 18 Knoten schwankte, fühlten sich die Australier unter Gennaker zwar nicht rundum wohl, da es aber an der Kreuz gut lief, strichen sie ihren dritten Sieg in Folge ein. Auch im vierten Rennen bei 16 bis 18 Knoten Wind kreuzten sie als Erste die Ziellinie. An Land mussten sie sich aber einer Protestverhandlung stellen und wurden schließlich disqualifiziert. Da nach vier Rennen noch kein Streicher geplant ist, rutschten die souveränen Australier zunächst auf Platz fünf ab.

Ebenfalls unglücklich verlief der Tag für das Vater-Sohn-Gespann Rex und Brett Sellars. Nach zwei dritten Plätzen zum WM-Auftakt mussten die Neuseeländer das dritte Rennen mit einem defekten Traveller aufgeben. Die beiden kehrten zu einer schnellen Reparatur an Land zurück, waren rechtzeitig zum vierten Rennen wieder auf der Bahn. Als Dritte kamen sie ins Ziel, doch an Land kam die erneute Ernüchterung mit einer Frühstart-Disqualifikation. Doch Rex Sellars, der in den 1980er die Tornado-Szene beherrschte und sowohl Gold (1984) als auch Silber (1988) bei den Olympischen Spielen gewann, nahm es sportlich: „Der schönste Teil dieser Regatta ist das Segeln mit meinem Sohn, alles andere ist ein Bonus.“ Und auch der Sohn war mehr als zufrieden mit dem Tornado-Comeback seines Vaters: „Er weiß, was zu tun ist, er muss sich nur daran erinnern“, scherzte Sellar Junior.

Als bestes Team der Gastgeber-Nation liegen Julian Tankard/Simon Cooke auf Platz drei. Foto: Suellen Davies, Live Sail Die

Des einen Leid ist des anderen Vorteil. So kletterten Marcus und Nicholias Betz mit den Rängen 10 und 4 am zweiten Tag als derzeit beste Deutsche auf den zweiten Platz hinter den Schweizern Jörg Steiner/Michael Gloor. Die Schweizer hatten die WM zwar schwach mit einem 16. Platz begonnen, ließen dann aber eine starke Serie mit den Plätzen 2, 2, 1 folgen.

Dagegen müssen die amtierenden Jugend- und Mixed-Weltmeister Estela Jentsch/Daniel Brown (Deutschland/Australien) eine Rennaufgabe in die Wertung einbringen, allerdings landeten sie in der ersten Wettfahrt des Tages auch einen dritten Platz und sind aktuell Zehnte.

Von besonderen Problemen berichtete Sarah Jentsch, die mit ihrem Ehemann, dem internationalen Klassen-Präsidenten Jürgen Jentsch, auf Gesamtrang 15 liegt. „Es ist ein wunderschöner Ort hier mit tollen Bedingungen – ein bisschen von allem. Das macht Spaß. Aber es ist für uns vor allem eine mentale Herausforderung. Wir müssen uns auf einen geliehenen Tornado einstellen, denn unserer hat es nicht bis hierher geschafft. Der Container ist auf dem Weg verloren gegangen.“ Damit sei die WM ein großer Lernprozess, denn die Trimmeinstellungen, die mit dem eigenen Boot funktionieren würden, ließen sich nicht so leicht auf das ungewohnte Boot übertragen.

Noch ist bei der WM aber vieles offen, zumal mit der fünften Wettfahrt das Streichresultat ins Spiel kommt.

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