SailGP: Bermuda-Event wegen Corona unter Druck

Im Februar 2020 konnten die F50 zuletzt im SailGP-Racemodus segeln. Foto: Bob Martin/SailGP

Die Planungen waren bereits weit fortgeschritten: Am 24./25. April wollte der SailGP, die Event-Serie auf den foilenden F50-Katamaranen, in seine zweite reguläre Saison starten, nachdem die Serie 2020 hatte abgebrochen werden müssen. Doch nun setzt Corona viele Fragezeichen hinter dem Auftakt-Event vor Bermuda.

Die lange Pause seit dem letzten Auftritt im Februar 2020 hatten die Organisatoren um Russell Coutts genutzt, um mehr Teams für die Eventserie zu akquirieren und die Boote durch veränderte Wingsail-Konfiguration weiter zu verbessern. Und dem Start am 24./25. April schien kaum etwas im Wege zu stehen. Bermuda galt als sicheres Gebiet in Zeiten der Pandemie, die ersten Teams, allen voran die Dänen, hatten bereits den Trainingsbetrieb aufgenommen.

Doch nun hat das Virus im stärkeren Maß das Insel-Archipel rund 640 Meilen vor der US-Küste erreicht, und die lokalen Behörden verkündeten:

  • Reisende sollten jede Reise nach Bermuda vermeiden
  • Aufgrund der aktuellen Situation auf Bermuda besteht selbst für vollständig geimpfte Reisende das Risiko, sich mit Covid-19-Varianten zu infizieren und sie zu verbreiten
  • Wenn man doch nach Bermuda reisen muss, ist vor Reiseantritt eine vollständige Impfung erforderlich. Alle Reisenden müssen eine Maske tragen, zwei Meter Abstand von anderen halten und Menschenmassen meiden
  • Zudem hat die Regierung von Bermuda mit Wirkung vom 13. April eine Ausgangssperre für mindestens sieben Tage verhängt. Nur für alle wesentlichen Geschäfte darf die Wohnung verlassen werden. Das gilt auch für die Beteiligten am SailGP.

Damit wurden alle Aktivitäten rund um das Segelevent vorerst ausgesetzt.Russell Coutts führt nun intensive Gespräche mit den Behörden in der Hoffnung, die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Aktivitäten zur Vorbereitung des Wettbewerbs zu erhalten.

Der Start in die zweite Saison des SailGP steht aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklungen auf Bermuda stark in Frage.

Ein Problem bei der Vorbereitung ist, dass die Teams durch die Änderungen der F50-Kats dringend Segelstunden benötigen, um die Speedgeschosse sicher über das Wasser bewegen zu können. „Die Situation ist für uns sehr problematisch“, sagte Coutts. Neben den fehlenden Trainingsmöglichkeiten sorgt die Ausgangssperre auch für entscheidende Zeitprobleme beim Bau des neuseeländischen Bootes. Das Team um Peter Burling/Blair Tuke ist frisch in den Circuit eingestiegen. „Wenn wir unsere Mitarbeiter für einige Tage sperren müssen, werden wir das Boot mit ziemlicher Sicherheit nicht rechtzeitig für die Rennen fertigstellen“, so Coutts. Damit stünde dann das gesamte Event in Frage: „Im schlimmsten Fall, wenn wir zu viele Tage verlören, könnten wir die Veranstaltung nicht sicher abhalten und müssten absagen, was natürlich keiner von will.“

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